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Der tägliche Wahnsinn | Ellipa

Der tägliche Wahnsinn

Der Wecker klingelt und man schaltet erst einmal die Schlummerfunktion an. Man hätte sich den Wecker ja nicht später stellen können, besonders, da man mal wieder zu spät ins Bett ist. Die ein-zwei Drinks nach der Arbeit tun ja keinem weh, und gehen auch, wenn man müde und abgespannt ist.

Der tägliche Wahnsinn des Lebens

Und dann wach ich auf – hab noch 20 Minuten um das Haus zu verlassen. So beginnt der Tag – und so soll er weitergehen. Nach einer recht kurzen Katzenwäsche schnell ein Brot schmieren und aus dem Haus hetzen. Der Bus kommt dann meistens zu spät oder gar nicht. Alternativ ist er auch schon weggefahren. Wählt man stattdessen die Fahrrad-Variante, so springt die Kette raus, ein Reifen ist platt oder es regnet in Strömen. Achja, nicht zu vergessen die Fahrt mit dem Auto zur S-Bahn – einen Parkplatz findet man dann eh nicht.

Da wünscht man sich, dass der Tag schnell rum ist, aber das ist er noch lange nicht. Kaum steht man am S-Bahngleis, eine Durchsage: „Verehrte Fahrgäste, aufgrund von Bauarbeiten kommt es zu Zugausfällen“ oder „Bitte entschuldigen Sie die Verspätung auf Gleis 2“.

Hat man dann endlich die Bahn betreten wächst neuer Unmut: kein Sitzplatz vorhanden und die stickige Luft hindert einen zu atmen. Und die Müdigkeit übermannt einen, man gähnt und wünscht sich abgespannt ins kuschelige Bett zurück. Wahlweise riecht es nach Erbrochenen und der Fremde neben einem führt um 8 Uhr in der Früh ein „Ferngespräch“ nach Singapur – zumindest schreit er so laut, dass man davon ausgehen könnte.

Die nette, zierliche Dame – eher der Model-Typ als der Handwerker – auf der Anzeige über einem lächelt Dir zu und sagt „ich kann 100 Tonnen Stahl mit meinen eigenen Händen korrigieren“. Sehr authentisch das Ganze.

Achja, und dann der Typ aus dem Kirchenchor von früher, der einen schon damals dermaßen wahnsinnig gemacht hat, und den man nun jeden Morgen trifft: Jeden Tag aufs neue versucht man ihm auszuweichen, aber man schafft´s nicht. Und darf sich seine langweiligen Alltags-Geschichtchen anhören. Als ob´s mich interessieren täte.

Nun noch die Anschlussbahn erwischen. Nur wie, wenn Mütter mit ihren Kinderwägen den Weg versperren?

Naja, irgendwann kommt man dann doch mal in der Arbeit an, um festzustellen, dass man seine Keycard vergessen hat. Müde sitzt man dann vor seinem PC und fragt sich, warum eigentlich jeder Tag so abläuft und man nicht aus seinen Fehlern lernt. Der tägliche Wahnsinn einfach. Immer und immer wieder.

Nach zehn Kaffee ist der Tag dann überstanden und man macht sich abgespannt und völlig fertig auf den Heimweg.

Halbwüchsige Jungs verbreiten ihre ach-so-tolle Musik mit ihrem Ghettobluster, ganz wichtige Männer in Anzügen führen ihre essentiell unverzichtbaren Business-Gespräche, einige Frauen erzählen ihrer Freundin gerade von den Tageserlebnissen, lackieren ihre Fingernägel oder schminken sich.

Wieso die Öffentlichen Verkehrsmittel nicht als solche wahrgenommen werden, in denen ein bisschen Zurückhaltung angebracht wäre, kommt niemanden in den Sinn.
Auf dem Weg nachhause noch beinahe ein Kind überfahren, weil Mütter heutzutage ihren Bengeln nicht mehr beibringen können, nach rechts und links zu schauen, wenn sie die Straßen überqueren wollen. Ganz zu schweigen davon, dass man den Zebrastreifen dafür benutzt.

Morgen früh, wenn ich aufwache und mich frage, wieso man seine Feierabende nicht mal zur Abwechslung mit Schlafen verbringt, wiederholt sich der tägliche Wahnsinn in den öffentlichen Verkehrsmitteln und abgespannt im Büro.

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